Wir freuen uns auf den Besuch von Königin Elisabeth II.
Wie spricht man "Königin Elisabeth II." aus? Liest man es immer als Genitiv (Elisabeth der Zweiten) vor?
Wir freuen uns auf den Besuch von Königin Elisabeth II.
Wie spricht man "Königin Elisabeth II." aus? Liest man es immer als Genitiv (Elisabeth der Zweiten) vor?
Wenn die Queen im Nominativ steht:
Königin Elisabeth die Zweite besuchte Berlin.
Wenn sie selbst im Genitiv steht:
Das ist der Hut der Königin Elisabeth der Zweiten.
Dativ:
Dieser Hut gehört Königin Elisabeth der Zweiten.
Akkusativ:
Heute sehen wir Königin Elisabeth die Zweite.
Für eine Königin ist es etwas schwerer zu erkennen als für einen König, da die Flexion von Feminina weniger eindeutig ist; deswegen möchte ich Huberts Antwort dahingehend ergänzen:
Das ist Heinrich der Dreizehnte. (Nominativ)
München ist eine Gründung Heinrichs des Dreizehnten. (Genitiv)
Die Untertanen erwiesen Heinrich dem Dreizehnten die Ehre. (Dativ)
Die englische Königstochter Mathilde heiratete Heinrich den Dreizehnten. (Akkusativ)
Das funktioniert nicht nur für Zahlen, sondern auch für Beinamen:
Das ist Heinrich der Löwe.
München ist eine Gründung Heinrichs des Löwen.
Die Untertanen erwiesen Heinrich dem Löwen die Ehre.
Die englische Königstochter Mathilde heiratete Heinrich den Löwen.
Die Zahl wird (wie durch den Punkt angedeutet) als Ordinalzahl gelesen und folgt im Genus dem Geschlecht der Person (Elisabeth die Zweite, Wilhelm der Zweite). Der Kasus richtet sich nach der Rolle im Satz:
Elisabeth die Zweite besucht Deutschland.
Die anglikanische Kirche wurde von Heinrich dem Achten gegründet.
Das Denkmal erinnert an Friedrich Wilhelm den Vierten.
Papst Benedikt der Sechzehnte war Nachfolger Johannes Pauls des Zweiten.
Dasselbe gilt für Beinamen:
das Grab Ludwigs des Frommen
Wenn man in historischem Zusammenhang, etwa in einer Vorlesung, von vielen unterschiedlichen Herrschern spricht, wechselt man aus Gründen der Sprachökonomie gelegentlich zur Kardinalzahl (Wilhelm zwo).
"Elisabeth II." ist eine Kurzschreibweise für "Elisabeth die Zweite". Grammatikalisch handelt es sich dabei um eine Apposition mit enger Bindung. Unter diesen werden mehrere Kategorien unterschieden, die hinsichtlich ihrer Flektion nicht einheitlich behandelt werden. Bei Herrschernamen u.ä. (z.B. "Lucas Cranach der Ältere") stimmt die Apposition mit dem Bezugswort im Kasus überein.
Quelle: canoo.net
In
Wir freuen uns auf den Besuch von Elisabeth II.
steht Elisabeth im Dativ, folglich ist der Dativ von die Zweite zu bilden, also der Zweiten.
Dein Beispielsatz
Wir freuen uns auf den Besuch von Königin Elisabeth II.
enthält streng genommen noch eine weitere Apposition, nämlich den Titel Königin. Wie ebenfalls bei canoo erklärt wird, wird dabei der Name ("Elisabeth"), aber nicht der Titel ("Königin") flektiert. Das ist theoretisch wichtig, wenn jemand den Satz mit Genitiv statt Dativ formuliert:
Wir freuen uns auf den Besuch Königin Elisabeths II.
Dann ist Elisabeths ein Genitiv, folglich ist der Genitiv von die Zweite zu bilden. Praktisch landest Du damit aber wieder bei der Zweiten.